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Regionalliga-Klassenerhalt hat Priorität

Die einen sind dort bereits Stammgäste, die anderen spielen seit Saisonbeginn wieder in der Hallen-Regionalliga Nord-Ost der Männer – dennoch streben sowohl der Club zur Vahr (CzV) als auch der Bremer TV 1896 (BTV) in erster Linie ein Ziel an: den Klassenerhalt. „Die Qualität der Konkurrenz ist schwer einzuschätzen“, verweist Lars Graubohm auf die stetig wechselnden Kader der gegnerischen Teams. „Es kommt an jedem Spieltag auf die Tagesform der einzelnen Spieler an“, führt der Sportliche Leiter aus, „da ist dann auch die Mentalität ein ganz entscheidender Faktor.“ Mike Cole setzt bei seiner Mannschaft auf den Überraschungseffekt: „“Wir haben als Aufsteiger aus der Oberliga nichts zu verlieren“, erklärt der BTV-Trainer, „meine Mannschaft kann befreit aufspielen und hat überhaupt keinen Druck.“

Vielleicht war es auch diese Lockerheit des Engländers, die am ersten Spieltag im Stadtduell mit dem CzV direkt zum ersten Saisonsieg seiner Mannschaft geführt hatte. Mit 4:2 setzte sich der Aufsteiger gegen ersatzgeschwächte Gastgeber etwas überraschend durch und sorgte direkt zum Saisonstart für gute Stimmung bei den Gästen. „Das war eine sensationelle Leistung von uns“, betonte Mike Cole, „wir sind in der Hoffnung auf ein 3:3 angereist und sind sehr stolz auf den ersten Sieg in der Halle.“ Zumal auch der BTV mit Verletzungen zu kämpfen hatte, Topspieler Jannik Schepers fällt voraussichtlich bis zum Januar aus, Neuzugang Jonas Lichte (Hannover) benötigt noch etwas Eingewöhnungszeit.

Das war auch im Stadtduell beim CzV zu erkennen, im ersten Einzel gegen Mauro Piras musste Lichte erst noch den Tiebreak zu seinen Gunsten entscheiden, um den Platz mit einem 3:6; 6:4 und 10:8-Erfolg zu verlassen. „Leider konnten wir nicht in Bestbesetzung antreten“, haderte Lars Graubohm, dem nicht nur seine Nummer eins, Miljan Zekic, nur eingeschränkt zur Verfügung stand, sondern der sich nach dem ersten Einzel von Mauro Piras auch noch um einen weiteren Verletzten kümmern musste. Am Ende standen die Sieger bereits nach ihren vier gewonnenen Einzelpartien als Sieger fest, in den abschließenden Doppeln setzten sich dann zwar die Hausherren durch – betrieben allerdings lediglich Ergebniskosmetik.

Nach diesem ersten Rückschlag musste der Club zur Vahr auch im zweiten Saisonspiel in der Halle eine Niederlage verkraften, dieses Mal allerdings kam es weniger unerwartet: Mit 1:5 unterlagen die Bremer beim Oldenburger TeV, nach Einschätzung der beiden Bremer Regionalliga-Trainer „der Topfavorit auf den Titel“, wie Lars Graubohm verdeutlichte. Und auch der BTV 1896 kehrte mit einer deutlichen Niederlage zurück vom Auswärtsspiel in Kiel: mit 0:6 mussten sich die Bremer dem nächsten Favoriten vom Suchsdorfer SV geschlagen geben. „Wir sind  diesmal ohne externe Spieler angetreten“, relativierte Mike Cole die Klatsche allerdings, „einige waren wegen Corona verhindert  oder spielten auf Ranglisten-Turnieren.“

Während der BTV 1896 sämtliche Einzel und auch die beiden Doppel in jeweils zwei Sätzen an die Gastgeber verloren geben musste, sorgte Lukas Rüpke wenigsten für den Ehrenpunkt des CzV beim Oldenburger TeV. „Die gehören ganz klar in die zweite Liga“, attestierte Vahrs Sportlicher Leiter, der selbst bereits mehrfach an die Tür zur 2. Bundesliga geklopft hatte. „Für uns war einfach nichts zu holen“, erläuterte Lars Graubohm, „die Ausfälle unserer wichtigsten Spieler konnten wir einfach nicht kompensieren.“

Die größte Hürde auf dem Weg in Richtung Klassenerhalt sieht Mike Cole in erster Linie in der finanziellen Ausstattung. „Wir brauchen dringend Sponsoren", ruft der BTV-Coach Interessierte zur Unterstützung auf. Schon der Einsatz von ausländischen Spielern wie den Engländer Dan Little lasse den Verein an seine Grenzen stoßen, verdeutlicht Mike Cole. „An guten Tagen können wir über eine geschlossene Mannschaftsleistung einiges erreichen“, versichert der BTV-Trainer, „aber für einen Platz unter den ersten beiden Teams wird es so nicht reichen.“

Lars Graubohm pflichtet Cole bei: „Für uns steht der Klassenerhalt in dieser Hallensaison ganz oben“, sagt der erfahrene Tennislehrer, dessen Team seit mittlerweile sieben Jahren in der Regionalliga antritt. „Aber wir wollen auch für die eine oder andere Überraschung sorgen“, betont Graubohm, der von der Qualität seiner Spieler „absolut überzeugt“ ist. Auch in dieser Hinsicht gleichen sich die Voraussetzungen der beiden Bremer Regionalligamannschaften: Beide Teams kommen über mannschaftliche Geschlossenheit, die Qualität des Einzelnen hat auf Dauer möglicherweise den Erfolg des Ganzen zur Folge.

Der Einsatz von Spielern in der Regionalliga wird normalerweise nach dem Leistungsklassen-Prinzip (LK) vorgenommen. Laut Wettbewerbsordnung des Deutschen Tennisbundes (DTB) und der einzelnen Landesverbände gilt bei der Nominierung des jeweiligen Kaders die aktuelle Position in der deutschen und der Weltrangliste. Die Zuordnung gilt für alle Spieler, deren Vereine Mitglieder im Landesverband sind. Der Landesverband lässt die Erstellung und Einstufungen der Leistungsklassen über seine Gremien regelmäßig untersuchen, bei Bedarf ändert der Verband die Einordnung des Spielers oder der Spielerin. Zur Einstufung wird ein sogenannter  Berechnungsmodus zentral vom DTB verwendet, Berechnungsgrundlage sind die Ergebnisse aus Turnieren, Meisterschaften  oder anderen Wettbewerben. Bei Verstößen drohen ein Ordnungsgeld oder der Entzug der Lizenz.