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Selbstbewusste Debütantinnen

So sehen keine Verliererinnen aus: Erhobenen Hauptes und mit zufriedenen Gesichtern sind die Hockey-Damen vom Club zur Vahr am Sonntag vom Platz gegangen. Zwar unterlagen sie bei ihrer Zweitliga-Premiere dem Bonner THV mit 0:2 – doch Einsatz und Kampfgeist sprachen eine andere Sprache.

Die Bremerinnen hatten dann auch das Überraschungsmoment auf ihrer Seite gehabt. Zu allen Teams gebe es Videomaterial, das sie analysieren könnten – nur eben zum Club zur Vahr nicht, verriet die Bonner Kapitänin Thea Scheidl. Also habe der in der zweiten Liga schon etablierte Verein ganz normal seine Taktik trainiert. Und: Die Bonner taten sich damit beim Aufsteiger überraschend schwer. Im ersten Viertel sahen die Zuschauer eine ausgeglichene Partie mit etwas mehr Kreisszenen der Gäste. Doch schon im zweiten Viertel hatte sich der CzV akklimatisiert und übernahm zeitweise sogar die Initiative. Allerdings scheiterte gleich am Anfang Carola Schwarz an der gegnerischen Torfrau. Mit einem Tunnel überwand kurz darauf Naja Neumann die Keeperin zwar, doch der Schuss ging am Kasten vorbei.

Dass Debütant Vahr nicht frei von Nervosität war, zeigte sich bei einer kurzen Ecke für Bonn: Weil sie zu früh aus dem Tor gelaufen kamen, stellte der Unparteiische gleich zwei der erlaubten vier CzV-Feldspielerinnen aus dem Kreis. Die zwei verbliebenen und Torhüterin Lisa Henn verhinderten dennoch den Rückstand. Überhaupt Henn: „Lisa Exzellent“ nannte Club-Trainer Nico Stankewitz sie nach der Partie. In ihrem ersten Spiel als offizielle Nummer eins sorgte nicht zuletzt sie dafür, dass die Niederlage nicht höher ausfiel. „Wir wussten, dass sie es kann“, sagte der Trainer.

Höhepunkt im zweiten Viertel war allerdings ein Lattenknaller von Simone Gouws aus vollem Lauf – die südafrikanische Nationalspielerin verstärkt den Bonner Kader in dieser Saison. Und ihrem Team gehörte auch das dritte Viertel. „In der zweiten Hälfte haben wir von der Athletik her leichte Schwächen gezeigt“, analysierte Stankewitz. Direkt nach Anstoß des dritten Viertels verlor der Club die Kugel, die Gäste machten kurzen Prozess und stürmten vor das Vahrer Gehäuse. Nach kurzem Gestochere war der Ball drin. Auf der anderen Seite verpasste Annika Ruef nur knapp den Ausgleich. Es sei klar, dass beim allerersten Zweitliga-Spiel noch nicht ganz die Ruhe da sei, sagte sie. Über diese und andere vergebenen Chancen könne man sich ärgern – aber im Großen und Ganzen fand sie den Auftakt gelungen. Das zweite Gegentor fing sich der Club durch einen Siebenmeter; Thea Scheidl platzierte die Kugel routiniert unter die Latte.

Aus der dritten Pause kamen die Vahrerinnen frischer auf den Platz. Sie störten früh und gingen mit Tempo in die Offensive. Allerdings kamen sie an der Bonner Defensive nicht vorbei. Den Tribut zollten sie kurz vor Schluss, als Bonn fast nur noch am Vahrer Kreis auftrat. Das war dann die Zeit von Keeperin Lisa Henn, die einige gute Paraden zeigte.

„Wir wussten, dass es schwer werden wird“,  bilanzierte Nico Stankewitz. Ihm gehe es vorrangig um Leistung und nicht um Ergebnisse. „Das war eine Leistung, auf der wir aufbauen können“, sagte er zu seiner Mannschaft.

Club zur Vahr: Schwarz, Rößler, Ruef, Schmedes, Wedel, von Salzen, Bremer, Tobias, Aboukerim, Henn, Busch, N. Neumann, I. Neumann, König, Rosenboom, Hülsmann, Schulze.

Von Liane Janz


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