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Foto: Frank Thomas Koch

Gestern Außenseiter, heute Favorit

Ein bisschen muss Nico Stankewitz selbst staunen über das, was er da eben gesagt hat. „Jetzt plötzlich sind wir der FC Bayern“, hat der Trainer im Gespräch gerade gesagt. Der Vergleich ist ganz schön gewagt, und selbstverständlich sehr angreifbar. Aber er beschreibt die neue Rolle der Damen-Hockeymannschaft des Club zur Vahr (CzV) eben doch sehr gut. Das Team, das am Sonntag um 12 Uhr auf der Anlage an der Bürgermeister-Spitta-Allee den Harvestehuder THC II zum ersten Regionalliga-Spiel der Saison empfängt, kommt als Absteiger aus Liga zwei in die dritte Liga zurück – und gilt dort automatisch als Schwergewicht.

Und weil es so war, dass in den Jahren zuvor der Club zur Vahr erst einigermaßen überraschend von der vierten in die dritte und dann umgehend von der dritten in die zweite Liga durchmarschierte, hat er jetzt quasi mehrere Underdog-Jahre hinter sich. Schadenfreude ist den Spielerinnen selten begegnet, sie waren der Neuling in der Liga und selten in der Rolle des Favoriten.

Jetzt sind sie es. Wieder eine neue Situation, die in einem Sport mit eingebauter Gruppendynamik nicht unterschätzt werden sollte. „Jetzt würde sich eine Niederlage ganz anders anfühlen“, sagt Stankewitz. Er vermeidet es tunlichst, den sofortigen Wiederaufstieg in die zweite Liga als klares Saisonziel zu benennen. „Aber dass wir oben mitmischen wollen, ist auch klar“ sagt er. Über allem stehe jedoch die Klub-DNA. Vereinfacht gesagt, heißt die: sportliche Weiterentwicklung ohne finanzielles Harakiri. Auch vor diesem Hintergrund stehen die Veränderungen im Team und im Team hinter dem Team. Stankewitz wird demnächst von den beiden Co-Trainern Kai-Uwe Stephan und Thomas Walter unterstützt. Mit der Idee, einen weiteren neuen Impuls zu setzen, wurde als Athletiktrainer Ertekin Uluer engagiert, der auch die Fußballer des FC Oberneuland in diesem Sektor betreut.

Die Abgänge von Lone Bergmann, die zum Praktikum nach England geht, von Annika Ruef und Naja Neumann, die zur TG Heimfeld wechseln, sowie von Alea und Charline Hülsmann, über deren Ziele keine Kenntnisse vorliegen, konnten gut kompensiert werden, sagt Stankewitz. In den Hockey-Kadern ist traditionell recht viel Bewegung. Studienbeginn, Studienwechsel, Auslandsjahr nach dem Abi­tur sind oft die Gründe.

Neu in das Team kommen mit der dänischen Nationalspielerin Emilie Vedel Blankschön, Alena Olaobaju vom Bremer HC sowie Luisa Heymanns vom Harvestehuder THC drei Spielerinnen, die eine Eigenschaft mitbringen, die zuletzt eher unterbelichtet war im CzV-Kader: Erfahrung.

Weitere Zugänge sind Gloria Kulla, die nach einer Auszeit ins Team zurückkehrt, Taina Böker von den zweiten Damen sowie Carlotta Holland, Carla Kraus und Julia Katenkamp aus der eigenen Jugend. Während Philine Grashoff, die sich im April verletzt hatte, wieder einsteigt, muss Antonia Schnatmeier nach einem Kreuzbandriss noch etwas länger pausieren.

Von Olaf Dorow


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