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Aufstieg in die Regionalliga verpasst

An mangelnder Unterstützung kann es nicht gelegen haben. Unermüdlich schallte ein "Steht auf, wenn ihr Bremer seid" von der Tribüne der Kieler Sporthalle. Und sie standen wirklich das ganze Spiel, die Fans und Unterstützer des Club zur Vahr, sie wollten ihr Hockey-Team förmlich in die Regionalliga brüllen. Doch was dann in der letzten Sekunde des Aufstiegsspiels beim 1. Kieler HTC passierte, raubte den knapp 70 Vahrer Fans nicht nur die Stimme, sondern fast die Luft zum Atmen. Aus der Schlussecke resultierte für Kiel ein Siebenmeter, den Vahrs Keeper Jasper Czichos nicht parieren konnte – das Ende aller Träume von der Regionalliga. Beendet mit einem Tor zum 5:6 in der letzten Sekunde des Spiels.

Enttäuscht sanken die Spieler auf dem Hallenboden nieder, während auf der anderen Seite die Spieler vom 1. Kieler HTC freudig durch die Halle hüpften und den Aufstieg bejubelten. "So ist der Sport", sagte Stefan Gläbe ein paar Minuten nach dem Abpfiff. Der Vahrer Hockeyvorstand hatte seine Mannschaft auch laustark unterstützt, der Verein hatte sogar einen Reisebus gechartert, um möglichst viel Unterstützung in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt zu bekommen. Beide Teams hätten an diesem Nachmittag alles reingeworfen in das Spiel. "Aber das Momentum war dann nicht auf unserer Seite."

Die daheim gebliebenen Fans wurden von der Tribüne aus mit einem Live-Ticker via Whatsapp über das Spiel auf dem Laufenden gehalten. Und als dann der 5:6-K.o. im Chat die Runde machte, waren Worte wie "Mist", "ärgerlich" oder "schade" die wohl meistgewählten Begrifflichkeiten. Es war ja auch ärgerlich, was sich da in Kiel am letzten Nachmittag im Februar abspielte, der auch ein anderes Ende hätte haben können.

Vasco da Ribeiro Silva hatte den Club schnell mit 1:0 in Führung gebracht. Ein Start nach Maß, aber da ahnte im Lager der Gäste noch niemand, dass es für lange Zeit die letzte Führung für den Club zur Vahr sein sollte. Denn die Kieler waren in der Folge das etwas aktivere Team und schafften nicht nur schnell den Ausgleich, sondern zogen bis zur Pause auf 4:1 davon. Es war kein Chancen-Festival, das beide Teams da vollführten. "Aber aus den wenigen Chancen dann vier Tore zu machen, das ist auch eine Qualität", fand Gläbe.

Im zweiten Abschnitt aber waren es dann die Bremer, die das Spielgeschehen dominierten. Svend Wünsch schaffte das 2:4, Vasco da Ribeiro Silva mit seinem zweiten Tor das 3:4. Mit einem Nachschuss gelang Julian Glatzel dann das 4:4 und sorgte in seiner Mannschaft plötzlich für die Gewissheit: Hier geht heute was! Pech für die Vahrer, dass Dominik Glatzel immer wieder mit Rückenschmerzen raus musste und behandelt wurde. "50 Prozent des Spiels war er nicht dabei", meinte Gläbe.

Dann wurde es hektisch. Kiel ging mit 5:4 in Führung, Vasco da Ribeiro Silva traf nur die Latte, die Minuten und Sekunden auf der Uhr wurden unbarmherzig immer weniger. Knapp zwei Minuten vor dem Abpfiff dann das 5:5, Dominik Glatzel traf zum Ausgleich. Doch es sollte nicht der letzte Treffer in diesem Spiel sein. Und leider waren es nicht die Bremer, die mit dem elften Tor des Tages das Spiel und den Aufstieg für sich entschieden.

Hockey-Vorstand Gläbe brauchte ein paar Minuten, um das alles zu verarbeiten und dann zu einer recht klaren Analyse zu kommen. "Wir haben aus unseren Standards einfach zu wenig gemacht", erklärte er. Und er habe einige Kieler gehört, die sich gar nicht so erklären konnten, was da kurz zuvor genau passiert war. "Einige wussten auch nicht so genau, warum sie eigentlich gewonnen haben." Das solle nicht heißen, dass der Sieg jetzt total unverdient war. "Aber ich fand, dass das Ergebnis nicht so ganz dem Spiel entsprochen hat." Insgesamt sei das alles sehr, sehr unglücklich gewesen.

Dass es jetzt nicht mit dem Aufstieg in die Regionalliga geklappt habe, sei aber keine Katastrophe. "Der Aufstieg war ja nie eingeplant", sagte Gläbe, "höchstens erhofft". Jetzt laute das Motto für die nächste Hallenrunde: "Neues Spiel, neues Glück!" Insgesamt habe die Mannschaft doch eine richtig starke Oberliga-Saison gespielt, "und dann zum Abschluss noch ein bockstarkes Aufstiegsspiel geliefert". Die Moral in der Mannschaft sei sensationell. "Das muss man auch mal hervorheben", sagte Gläbe. Die Mannschaft sei mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren noch sehr jung und in der Entwicklung, "da wirft uns so ein verlorenes Spiel nicht zurück".

Die nächsten Ziele stehen fest: Aufstieg in der Feldsaison in die zweite Liga. Gläbe findet, dass die Mannschaft da noch alle Chancen habe. "Für uns heißt es jetzt: Mund abputzen, weitermachen. Wir haben in Kiel einen starken Auftritt gehabt und können erhobenen Hauptes abreisen." Auch ohne den Aufstieg in die Regionalliga.

Club zur Vahr: Jasper Czichos; Svend Wünsch, Alexander Treis, Marten Dräger, Ben Bruns, Julian Glatzel, Julius Krause, Dominik Glatzel, Dominic Smith, Vasco da Ribeiro Silva, Gerome Hadlak, Robert Mügge.

Von Mathias Sonnenberg


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