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Schlechte Kunde für den CzV

Schlechte Kunde für den Club zur Vahr: Chantal Bausch, Stammtorhüterin und Leistungsträgerin der gerade in die 2. Bundesliga aufgestiegenen Hockey-Damen, wechselt zur neuen Saison zum Stadtrivalen und Erstligaaufsteiger Bremer HC. "Wir sind geschockt und überrascht", sagt Nico Stankewitz. Der sportliche Leiter des Clubs zur Vahr und zugleich Cheftrainer der ersten Damen ist von dem Wechsel seiner Aufstiegsheldin "kalt erwischt" worden. Im letzten Spiel der erst vor zwei Wochen beendeten Regionalligasaison hatte Bausch 20 Sekunden vor Schluss noch einen Siebenmeter abgewehrt und ihrem Team damit den 1:0-Erfolg beim Club an der Alster II und die Meisterschaft gesichert. Jetzt aber muss der Club für die Zweite Liga ohne seine Nummer eins planen.

"Ich will noch mal etwas Neues ausprobieren", sagt Chantal Bausch, wohl wissend, dass sie beim Bremer HC mit U 18-Nationalspielerin Mali Wichmann im Tor auf eine harte Konkurrentin trifft. "Mir ist absolut klar, dass Mali gesetzt ist", sagt die 25-Jährige. "Ich weiß, worauf ich mich einlasse. Aber ich gehe davon aus, dass ich von ihr profitieren und mich in dem professionellen Umfeld beim BHC auch weiterentwickeln werde. Ich werde ein starker Rückhalt sein, wenn ich gebraucht werde."

Mit Chantal Bausch verliert der Club kurzfristig ein echtes Urgestein. Bereits seit ihrem fünften Lebensjahr ist die BWL-Masterstudentin Mitglied im Verein, "ich habe dort quasi meine Kindheit verbracht", sagt Bausch, die im Club neben Hockey auch noch Tennis und Golf spielt. Das sei auch der Grund dafür gewesen, warum sie lange mit sich und der Entscheidung gerungen habe. "Ich habe viele Freunde im Club und gehe ja jetzt auch nicht im Groll", sagt die Torhüterin, die seit ihrem zwölften Lebensjahr mit einem Spenderherz lebt. Durch ihre Transplantation, die nach einer schweren Herzmuskelentzündung notwendig geworden war, habe sie gelernt, "dass man Chancen wahrnehmen muss – man weiß nie, was morgen kommt".

Drei Semester, also eineinhalb Jahre, hat Bausch noch als BWL-Studentin in Hamburg vor sich. "Und wenn ich in meiner Hockeykarriere noch mal etwas erreichen will, dann jetzt", habe sie sich gedacht. Der etwas unverhoffte Zweitligaaufstieg mit dem Club zur Vahr habe sie zwar noch einmal ins Grübeln gebracht, doch letztlich stand ihr Entschluss fest: "Wenn ich jetzt nicht wechsel, werde ich wohl nie mehr etwas Anderes sehen."

Beim Bremer HC freut man sich derweil über die Zusage der leistungsstarken Torfrau. "Wir haben länger schon losen Kontakt zu ihr gehabt", sagt BHC-Cheftrainer Martin Schultze. Und mit der Verpflichtung von Chantal Bausch sei nun eine weitere wichtige Baustelle geschlossen worden. "Es wäre viel zu riskant gewesen, mit nur einer guten Torfrau in die Bundesligasaison zu gehen. Wir haben viele Spiele, da geht es Schlag auf Schlag – und es kann immer mal etwas passieren."

Schultze, beim BHC zugleich Geschäftsführer und sportlicher Leiter, plant zudem mit Bausch nicht nur als Ersatz hinter Wichmann, die vom Deutschen Hockey-Bund gerade erst für die U 18-Europameisterschaft vom 12. bis zum 22. Juli in Santander/Spanien nominiert worden ist. "Chantal ist nicht nur als Back-up vorgesehen", sagt Martin Schultze. "Sie wird auch mal zum Einsatz kommen."

Das wiederum mag Nico Stankewitz nicht so recht glauben. Er hält Mali Wichmann beim BHC nicht nur für gesetzt, sondern auch für die kommende Nummer eins in der Damen-Nationalmannschaft und ist deshalb verwundert über die Entscheidung von Chantal Bausch. "Für einen Torwart ist es eine äußerst fragwürdige Entscheidung, sich bei einem anderen Klub freiwillig auf die Bank zu setzen", sagt Stankewitz. Er sagt aber auch: "Ich mache den Job nun schon seit 25 Jahren und habe schon viele Spieler wechseln sehen."

Weshalb Stankewitz nun auch den Blick umgehend nach vorne richtet: "Wir haben mit Lisa Henn und Nachwuchstalent Lia Wedel zum Glück auch so noch ein starkes, zweitligataugliches Torwart-Team", sagt der Coach, der zudem noch einen Neuzugang zu vermelden hat: Die 24-jährige Verteidigerin Renee Schulze vom SV Bergstedt/Hamburg kommt zum Zweitligaaufsteiger. Und eventuell kehrt auch Emilie Vedel Blankschön aus Dänemark wieder zurück nach Bremen. Sie hatte bereits im vergangenen Jahr für ein paar Monate hier gespielt, ehe sie zum Studium nach Kopenhagen heimkehrte. Derzeit prüft sie ein Jobangebot in Bremen. Klappt es mit dem Job, spielt sie ab September für den CzV.

Von Frank Büter


Platzstatus

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