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Will beim Club zur Vahr für frischen Wind sorgen: der neue Geschäftsführer David Müller (Foto: Christina Kuhaupt)

David Müller ist der neue Mann im Club zur Vahr

An seinem ersten Arbeitstag geschieht etwas Symbolträchtiges: Als David Müller, der neue Geschäftsführer des Club zur Vahr, die Anlage erstmals in offizieller Mission betritt, rollen gleichzeitig die Bagger an und beginnen mit dem lange geplanten Abriss des Klubgebäudes. Der an der Grenze zur Vahr gelegene Traditionsverein hat Großes vor. Insgesamt werden 3,8 Millionen Euro in ein neues Vereinsgebäude mit Dachterrasse, Fitnesscenter, Versammlungsräumen und ­Geschäftsstelle investiert. Eine Investition in die Zukunft.

„Wir bauen vor allem für die nächsten Generationen“, hatte Club-Präsident Hans-Dieter Lampe gesagt, als die Baupläne vorgestellt wurden. Diese Baumaßnahme und damit gewissermaßen die Zukunft des Club zur Vahr mitzugestalten, ist nun auch Aufgabe von David Müller. Bereits vor knapp zwölf Monaten wurde der langjährige Manager der Bremer GolfRange als Nachfolger des Geschäftsführers Wolfgang Rummenigge präsentiert.

Rummenigge ist jetzt aus Altersgründen ausgeschieden; mehr als ein Jahrzehnt lang hat der älteste Bruder von Karl-Heinz und Michael Rummenigge die Geschicke des 3800 Mitglieder zählenden Clubs geleitet. Nach einer kurzen Einarbeitungsphase steht David Müller nun seit Monatsbeginn allein in der Verantwortung. „Die Bauphase nimmt uns absehbar einige Bequemlichkeiten“, sagt Müller, „da müssen wir alle etwas mehr zusammen­rücken.“ Und auch das darf durchaus symbolisch verstanden werden.

David Müller kommt gebürtig aus dem Westerwald, genauer gesagt aus Höhr-Grenzhausen, wo seine Eltern und sein Bruder noch heute heimisch sind. Nach Abitur und Zivildienst zog es Müller, Jahrgang 1978, an die Deutsche Sporthochschule nach Köln. Im Judo und im Basketball großgeworden, war für den Rheinland-Pfälzer schon in jungen Jahren klar, dass er in seinem Berufsleben später unbedingt etwas mit Sport machen wollte.

Während seines Studiums zum Diplomwissenschaftler für Ökonomie und Management sammelte Müller durch Praktika bereits erste Erfahrungen im Bereich der Sportvermarktung. Unter anderem arbeitete er für das Kölner Medienunternehmen Arena TV, das zwischenzeitlich die Übertragungsrechte der 1. und 2. Fußball-Bundesliga besaß. Als Fußballer hat sich David Müller selbst nicht versucht. Dafür hat er im Rahmen seines Studiums aber in viele andere Sportarten reingeschnuppert. Müller hat unter anderem einen Übungsleiterschein im Hockey gemacht.

Sein damaliger Dozent war übrigens der aus Bremen stammende Wolfgang Hillmann, der inzwischen Präsident des Deutschen Hockey-Bundes ist. Als Basketballer hat Müller zudem die Trainer-B-Lizenz erworben. Bei den Basketballern der Rhein-Energie Köln, dem Vorgänger der Rhein-Stars Köln, war Müller als Spieler und Trainer aktiv. „Als Trainer im Leistungsbereich zu arbeiten, ist für den Job hilfreich gewesen“, sagt David Müller. „Dadurch lernt man, eine Gruppe zusammenzuhalten und zu führen.“

Qualitäten, die ihm nach Abschluss seines Studiums auch den Einstieg ins Berufsleben erleichtert haben. 2008 kam David Müller als Manager der GolfRange nach Bremen. Mit Golf hatte der 40-Jährige bis dahin eigentlich gar nichts zu tun gehabt, mal abgesehen von einem Schnuppertag auf einer Driving Range. Erst in der Hansestadt entdeckte er seine Leidenschaft für diese Sportart. Inzwischen verfügt er über ein Handicap von 11, damit gehört er im bundesweiten Durchschnitt zu den besseren Golfern. „Ich war immer schon ehrgeizig“, sagt Müller. Auf exakt 100 Golfplätzen in aller Welt hat er in den zurückliegenden zehn Jahren bereits gespielt. Beim Club zur Vahr war er natürlich auch schon aktiv, „klar – hin und wieder habe ich auch hier gespielt“.

Künftig hat er nun häufiger Gelegenheit, die Neun-Loch-Anlage des CzV zu bespielen. Nach Feierabend quasi, eine Runde, um abzuschalten oder um die Gedanken zu sortieren. „Bremen ist meine Heimat geworden“, sagt David Müller, der mit seiner Lebensgefährtin in Schwachhausen wohnt. Und durch seinen Wechsel auf den Geschäftsführerposten beim Club zur Vahr sei klar, „dass ich vorhabe, auch noch länger in Bremen zu bleiben“.

David Müller geht voller Elan an seine neue Aufgabe heran. Er freut sich darauf, künftig auch wieder mit mehreren Sportarten zu tun zu haben, nicht nur mit Golf. Er hat sich fest vorgenommen, demnächst auch selbst mal einen Tennisschläger in die Hand zu nehmen, „es muss ja nicht gleich auf dem Hauptplatz sein“. Und ja: Er will unbedingt auch mal Tontaubenschießen ausprobieren, „das ist super spannend“. Vor allem aber freut er sich darauf, die Menschen in dem Club kennenzulernen, den er als „Mehr-Generationen-Verein“ bezeichnet, „weil hier Großeltern, deren Kinder und Enkel anzutreffen sind“. Der Club zur Vahr könne Dinge anbieten, die andernorts nicht zu finden seien. Und dazu gehöre gerade auch die familiäre Atmosphäre.

David Müller hat in seiner Zeit als Manager der GolfRange in der Bremer Vahr unter Beweis gestellt, dass er ein Unternehmen Gewinn bringend leiten kann. So etwas freut die Investoren. Beim Club zur Vahr wiederum gelte es, Erfolge zu erzielen, die den Klub aufwerten. Das Allgemeinwohl des Klubs im Auge zu haben, die Mitgliederzufriedenheit zu wahren und für Familien auch ein Stück Heimat zu sein, das, sagt Müller, „ist das höchste Gut“. Er weiß, wie wichtig es einerseits ist, die Tradition zu wahren, die im Club zur Vahr seit vielen Jahrzehnten gelebt wird. Gleichwohl hat sich Müller auf die Fahnen geschrieben, „an einigen Stellen die Moderne Einzug halten zu lassen und für frischen Wind zu sorgen“. Digitalisierung sei dabei ein Stichwort, Kundenorientierung ein weiteres.

Der neue Geschäftsführer will sich zunächst die berühmten 100 Tage Zeit nehmen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Um Gespräche zu führen. Ihm geht es nicht darum, Dinge durchzuboxen. Müller ist eher ein kooperativer Chef-Typ. Einer, der moderieren und die Interessen aller Mitglieder berücksichtigen möchte. Der gute Lösungen für alle finden will. Den Leistungssportgedanken in den Sparten Hockey, Golf und Tennis will er fördern, „aber ich werde auch den Breitensport im Blick behalten“, sagt Müller.

Was indes das Bauprojekt angeht, das in den nächsten Monaten beim Club zur Vahr im wahrsten Wortsinn einen großen Raum einnehmen wird, darüber hat sich der neue Geschäftsführer bereits vor Amtsantritt einen intensiven Überblick verschafft. Müller ist im Thema, denn dieses Projekt, für das sich viele qualifizierte und ehrenamtlich tätige Vereinsmitglieder in einem sogenannten Bauausschuss engagieren, genießt im Moment absolute Priorität. Die Fertigstellung des neuen Klubgebäudes ist für Herbst 2019 geplant. „Ich freue mich darauf“, sagt Müller. Und ergänzt: „Wir werden das hier gemeinsam gut hinbekommen.“

Von Frank Büter


Platzstatus

Platz Vahr: offen
Sommergrüns - Trolleys erlaubt

Platz Garlstedt: offen
Wintergrüns - Trolleys erlaubt

Drivingrange Vahr: offen
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