Aktuelles

Ein Riesengewinn für den Club zur Vahr

Für einen 19-Jährigen ist eine Sporthalle als Arbeitsplatz eher ungewöhnlich – für Jonas Althusmann überhaupt nicht. Der gebürtige Lüneburger hält sich seit ­einigen Wochen beruflich viel in der ­Hockey-Halle des Club zur Vahr (CzV) in der Vahr auf. Denn am 1. September trat ­Jonas Althusmann in der Hockey-Abteilung des CzV sein Freiwilliges Soziales Jahr 
(FSJ) an.

Seit seinem vierten Lebensjahr spielt Althusmann Hockey – die ersten Jahre beim Hockey Club Lüneburg. Mit 15 Jahren zog es ihn dann zum renommierten „Club an der Alster“ in Hamburg. Dort lief er in der männlichen Jugend B und A auf und half zweimal mit, dass seine Mannschaften ­jeweils den dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft errangen. Außerdem trai­nierte er mit den ersten Herren des Klubs – einem der besten Teams der Republik. „Ein ­solcher Spieler ist für uns natürlich ein Riesen­gewinn – als Spieler für die 1. Herren und als FSJ-ler, weil er in seinen jungen ­Jahren schon einiges erleben durfte und dies auch an unsere Kinder und Jugendlichen weitergeben kann“, schwärmt CzV-Sportdirektor Nico Stankewitz von seinem Neuzugang.

Warum er ausgerechnet beim CzV gelandet sei, erklärt Althusmann zielstrebig und selbstbewusst. „Ich wollte vor dem Studium noch einmal ein Jahr etwas anderes machen, in die Arbeitswelt reinschnuppern, ein ­neues Umfeld kennenlernen und wenn ­möglich etwas Soziales“, sagt er. Was ­könne es da Besseres geben, als dies alles mit seinem liebsten Hobby, dem Hockey, zu ­verbinden? „Und als mein Vorgänger im Amt mir dann noch davon vorgeschwärmt hat, wie gut es ihm im CzV gefällt, fiel mir die Wahl leicht.“

Der Club zur Vahr beschäftigt seit etwa fünf Jahren jedes Jahr mindestens einen FSJ-ler. Im vergangenen Jahr waren es mit Pia Jörß und Tim Frenkel sogar zwei junge Erwachsene, die einst ebenfalls in Lüneburg das Hockeyspielen erlernt hatten. Tim Frenkel ist einer der besten Freunde von Jonas Althusmann. Vor dem Hintergrund, dass ­Althusmann auch Angebote von Bundes­ligisten aus Hamburg und Berlin erhielt, dort sein FSJ zu machen und Hockey zu spielen, können sich die Bremer richtig glücklich schätzen, dass die Wahl auf den CzV fiel.

Althusmann wohnt in Vereinsnähe in einer Wohngemeinschaft seines Arbeitgebers zusammen mit anderen jungen Vereinsangestellten und Spielern der Hockey-Abteilung. „Das ist natürlich superpraktisch und auch ziemlich genial“, sagt Althusmann und findet die Wohnsituation klasse. „Die 1. Herren sind eine richtig coole und junge Mannschaft. Mit denen im Training zu zocken, macht einfach Bock“, sagt er. Auf die anstehende Hallensaison mit Neu-Trainer Andreas Dolge, der zuletzt die österreichische Damen-Nationalmannschaft trainiert hat, ist er daher richtig gespannt und brennt auf die ersten Spiele.

Im Amt als FSJ-ler ist es vornehmlich ­seine Aufgabe, die Jugendteams des CzV mit seinen Trainerkollegen gemeinsam zu trainieren und am Wochenende zu betreuen und zu coachen. Dabei unterstützt er von den „Picos“, den Vier- bis Sechsjährigen, bis hin zu den männlichen B-Jugendlichen (bis 16 Jahre) in nahezu allen Altersklassen die hauptamtlichen Trainer des Vereins.

Besondere Freude empfindet er beim ­Coachen der Knaben B (10 bis 12 Jahre). „Das ist eine richtig gute Truppe, die motiviert und technisch recht weit ist, mit denen kann man gut arbeiten.“ Aber auch die ­Leitung einer Gruppe junger Kids von drei bis fünf Jahren, mit denen er wöchentlich die gerade erst im CzV eingeführte Ball­schule Heidelberg durchführt, gehört zu ­seinen Aufgaben – ebenso Schul- und ­Kindergartenbesuche am Vormittag sowie ­einige organisatorische Dinge. Insgesamt also ein abwechslungsreiches und viel­fältiges Betätigungsfeld, auf dem Althusmann sich tummelt. Im Club zur Vahr jedenfalls hört man nur lobende Worte über den „Neuen“.

Das FSJ wird vom Landessportbund (LSB) begleitet. Daher muss jeder FSJ-ler auch 25 Seminartage während der zwölf Monate absolvieren. 15 Tage davon sind vom LSB vorgegeben, die anderen können frei gewählt werden, wobei es sich im Falle Althusmann natürlich um Hockey-Lehrgänge handeln wird. „Auf den Seminaren sind viele nette Leute mit den gleichen Interessen. Im ersten Seminar haben wir viel gelernt, vor allem sehr praxisnah, wie man etwas vor einer Gruppe präsentiert“, sagt Althusmann. Aber auch die Informationen darüber, welche Rechte FSJ-ler haben und worauf sie zivil- und strafrechtlich achten müssen, sei wichtig und gut gewesen.

Gefragt nach seinem Traum, muss Althusmann nicht lange nachdenken: „Einmal Länderspiele zu bestreiten, das wäre schon richtig cool. Wenn es nicht für Deutschland klappt, dann vielleicht ja für Frankreich, da habe ich irgendwie Vorfahren.“ Und wem der Nachname des 19-Jährigen bekannt vorkommt, dem sei gesagt: Jonas ist eines von fünf Kindern von Bernd Althusmann, der kürzlich bei der Landtagswahl in Niedersachsen als Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten antrat.

 

Von Ulrich Hader


Wetter Bremen Vahr
Wetter Garlstedt