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Sein gutes Ergebnis reichte nicht: Jonathan Griffiths mit seinem Caddie Keke Wandel beim Bundesliga-Finale am Wannsee.

Bauchlandung am Wannsee

Bremen. Es hatte so verheißungsvoll begonnen. Am 6. Mai, beim Saisonauftakt der Golf-Bundesliga auf der eigenen Anlage in Garlstedt, gewannen die Herren des Clubs zur Vahr fast sensationell den Wettbewerb der fünf Erstliga-Teams, die Damen wurden Dritte. Doch nun, ein Vierteljahr später, hat es eine unsanfte Bauchlandung für beide Bremer Mannschaften gegeben: Die Herren belegten beim Finale in Berlin-Wannsee den letzten Platz in der Nord-Gruppe der ersten Bundesliga, die Damen wurden in Berlin vor Hubbelrath Vorletzte. Doch in der Endabrechnung der fünf Spieltage waren auch die Bremer Damen Schlusslicht, somit ebenfalls abgestiegen.

In der kommenden Saison heißt es also wieder zweite Liga. Doch schon auf der nächtlichen Rückfahrt von Berlin nach Bremen zog Abteilungsleiterin Katrin Edzard einen ebenso konsequenten wie zuversichtlichen Schlussstrich. „Bei uns ändert sich konzeptionell nichts, wir wollen im nächsten Jahr wieder aufsteigen“, sagte sie. Wenn der Gesamtvorstand des Clubs zur Vahr am 22. August tagt, will sie sich für das Konzept „Es bleibt, wie es ist“ auch grünes Licht vom Gesamtvorstand holen. Edzard ist optimistisch: „Ich denke, wir sind da alle einer Meinung.“

Sind Fehler gemacht worden vor und während der nur fünf Spieltage der ersten Liga? Katrin Edzard überlegt kurz und dementiert dann. „Wir haben von Anfang an gewusst, dass es gegen den Abstieg gehen würde. Und mit etwas Glück hätten wir es bei Damen und Herren schaffen können.“

Das Glück fehlt am Wannsee vor allem den Bremer Damen. Als abgerechnet wurde, waren sie punktgleich mit dem GC Hubbelrath, hatten sich in insgesamt fünf Spieltagen nur elf Schläge mehr als die Düsseldorferinnen eingehandelt. Noch mehr Schläge hatte sogar der GC Berlin-Gatow auf dem Konto. Doch da die Berlinerinnen erstens ihren Heimvorteil nutzten und zweitens zum letzten Spieltag noch gleich vier spielstarke Engländerinnen einfliegen ließen, war der GC Gatow am Ende dann Dritter. Das reichte, um auch in der Abschlusstabelle vom letzten Platz auf auf Rang drei vorzustoßen. Die Bremerinnen hingegen mussten auf ihre Stammspielerin Larissa Stergiou verzichten, ein wichtiger Examenstermin hatte deren Start verhindert.

Der Club zur Vahr stellte bei den Damen in dieser Saison eine der jüngsten Bundesliga-Mannschaften, entsprechend optimistisch ist Katrin Edzard: „Wir haben hinter den aktuellen Spielerinnen noch genügend talentierte Jugendliche. Uns fehlt vielleicht nur eine Verstärkung an der Spitze. Und einen Mannschaftsführer hätte ich künftig bei den Damen auch gerne.“ Derzeit wird dieser Job praktisch von Cheftrainer Chris Webers mit wahrgenommen – eine Novität unter den deutschen Spitzenklubs im Golf, die personell durchweg besser besetzt sind.

Die Bremer Herren hatten sich zum Finale in Berlin mit ihrem Spitzenspieler Hinrich Arkenau verstärkt, zuvor hatte er nur beim Saisonauftakt im Team gestanden. Profi Arkenau lieferte eine solide Par-Runde ab. Jonathan Griffiths (minus 2) und Lucas Liebig (minus 1) waren besser. Im Vierer blieb Arkenau neben Peter Meyer einen Schlag unter Par, doch auch das war nur Durchschnitt im Vergleich zu den teilweise brillant aufspielenden übrigen Teams.

So beendete der Frankfurter GC, zuvor noch als Abstiegskandidat gehandelt, den Saisonabschluss mit einem Gesamtergebnis von minus 7 als bester Verein, nur Hubbelrath (plus 1) und der Club zur Vahr (plus 9) schafften kein Gesamtergebnis unter Par. Trainer Chris Webers lobte die Leistung der Frankfurter („die hatten einen unglaublichen Lauf“), machte aber auch deutlich, wie das Niveau gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist: „Unsere Herren und Damen sind jetzt mit jeweils zehn Punkten abgestiegen. Und das hat es in der Vergangenheit nie gegeben, da waren die Letzten immer deutlich schlechter. Und deswegen bin ich auch sicher, dass wir mit dieser Mannschaft 2018 wieder aufsteigen.“

Zur kleinen Entschuldigung der Bremer Herren ist schließlich noch anzuführen: Die Abschlag-Zeiten in Berlin waren so knapp gehalten, dass die zuletzt gestarteten Spieler schon einen Abbruch wegen Dunkelheit befürchten mussten. Katrin Edzard: „Arkenau und Meyer hatten nach den 18 Löchern im Einzel nicht einmal Zeit zum Mittagessen. Denen habe ich dann die Spaghetti noch in einer Warmhalte-Packung zum Abschlag der Vierer gebracht.“

"Bei uns ändert sich konzeptionell nichts." Abteilungsleiterin Katrin Edzard


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